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INFO: Textil- und Materialkunde

Kleidung besteht schon lange nicht mehr nur aus Baumwolle.

Wie oft ist es mir bereits passiert, dass ich auf das Etikett geschaut habe und mir nur dachte: WTF?! Was ist bitte Modal? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Polyester und Polyamid? All die verarbeiteten Materialien und Fasern beeinflussen den Tragekomfort, die Haltbarkeit der Kleidung sowie auch die Pflege. Und genau deswegen solltest du wissen, was du dir da eigentlich in den Kleiderschrank holst. Wenn du smart shoppen willst, solltest du immer auf das Etikett schauen und dir ein paar Gedanken zu der Zusammensetzung machen. So kannst du ganz easy Fehlkäufe und Enttäuschungen vermeiden. Wenn du mehr zum Thema Smart Shopping wissen möchtest, dann findest du hier meinen Smart Shopping Guide.

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Polyester die Plastikschwester (Auch Trevira, Polarguard, Diolen, Thermolite oder Vertan genannt): Eins der günstigsten Materialien und komplett synthetisch. Es knittert nicht, ist sehr robust und reißfest. Polyester nimmt nahezu keine Feuchtigkeit auf und trocknet super schnell. Du findest Polyester oft in Kombination mit Wolle oder Baumwolle. Achte immer auf das Schildchen, denn Polyester ist ein Formwandler. Kleidungsstücke, die aussehen als wären sie aus Baumwolle, Leinen oder Seide sind in Wirklichkeit oft aus der günstigen Kunstfaser Polyester gemacht. Das verbessert zwar die Funktionaliät der Kleidung, sollte aber bei einem höheren Anteil einen günstigen Preis mit sich bringen.

Polyamid (oder auch Nylon): ist auch eine reine Kunstfaser und ist sehr robust und super elastisch, wie man es von den gleichnamigen Nylonstrümpfen kennt. Polyamid ist nahezu knitterfrei und trocknet super schnell. Du solltest bei Schals und Pullovern jedoch auf Polyamid verzichten, da dies das Material ist, welches unter anderem deine Haare elektrostatisch auflädt und dann zu den fliegenden Härchen führt. Ganz schön nervig.

Lyocell: Wird auch unter dem Namen Tencel vertrieben. Lyocell findest du in vielen Sportklamotten und in Funktionskleidung. Sie knittert wenig und ist strapazierfähig.

Viskose: Der Hybrid der Stoffe. Sie ist zum Teil natürlich und zum Teil industriell. Auf Viskose bei Winterkleidung solltest du verzichten, da sie gar nicht warm hält. Somit ist sie für den Sommer besser geeignet. Sie verhält sich übrigens ähnlich wie Baumwolle, wenn es ums Zerknittern geht. Also nix für Bügelfaule. Wenn es um farbintensive Kleidung geht, ist Viskose der perfekte Untergrund. Die bunten Sachen bleiben lange farbecht.

Cupro: Die Kunstfaser hat ähnliche Eigenschaften wie Viskose. Sie ist atmungsaktiv und nimmt Feuchtigkeit gut auf. Sie kann auch unter dem Begriff Kupferseide auftauchen.

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Polyacryl: Wieder ein reines Industrieprodukt. Polyacryl oder Acryl wird für wollartige Artikel benutzt. Es ist ein relativ günstiges Material und sollte bei 100% Anteil definitiv nicht allzu teuer sein. Meist gibt es Mischungen aus Polyacryl und Wolle, da Acryl im Gegensatz zu Wolle bei der Wäsche nicht einläuft und viel schneller trocknet. Somit versucht man die Eigenschaften beider Fasern zu kombinieren. Polyacryl hält warm und ist somit eine günstige Alternative zu Wolle. Es kann auch unter dem Begriff Dralon, Orlon oder Dolan ausgewiesen werden. Genauso wie Polyamid hat es einen elektrostatischen Effekt auf deine Haare.

Modal: Ein Material, welches immer öfter auftaucht. Ähnlich wie Viskose ist Modal ein Hybrid. Für Sportkleidung definitiv besser geeignet als Baumwolle und Viskose, da es Feuchtigkeit schneller wieder abgibt und stabiler ist.

Polyurethan: Kunstleder oder wasserabweisende Kleidung wie Regenmäntel beinhalten Anteile dieser Kunstfaser. Auch bei Elasthan und Spandex mischt sie mit, da sie super elastisch ist.

Elasthan: Steckt in Kleidung drin, die dehnbar sein soll. Klamotten aus Jersey oder Badeanzüge und Bikinis beinhalten Elasthan. Aber auch bei Stretchjeans ist Elasthan beigemischt. Die Kunstfaser ist stark dehnbar und hält sehr lange.

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Wolle: Besteht ein Artikel aus Wolle, dann dehne das Teil. Es sollte unmittelbar im Anschluss in seine ursprüngliche Form zurückgehen. Ist das nicht der Fall, ist die Wolle nicht gut verarbeitet. Also Finger weg, es sei denn du stehst drauf, dass deine Klamotten ausleiern und sich verformen.Wolle kann ganz unterschiedliche Qualitäten haben. Die Naturfaser ist sehr elastisch, knittert nicht und hält gut warm. Leider verfilzt sie beim Waschen und kann sich dadurch verformen. Wäscht man sie mit der Hand, kann man den Prozess verlangsamen.

Cashmere: Eines der teuersten Naturmaterialien. Kaschmirwolle ist warm und leicht. Leider ist die teure Wolle nicht sonderlich strapazierfähig und nur sehr aufwändig zu reinigen.

Baumwolle: Reine Baumwolle hat den Nachteil, dass Farben schneller ausbleichen. Solltest du ein farbintensives oder schwarzes Teil kaufen, dann behalte diese Info im Hinterkopf. Denn wer trägt schon gerne ein schwarzes verwaschenes Teil? Ein kleiner Trick ist es jedoch, die Sachen einzufärben. Für schwarz und dunkelblau gibt es spezielle Farbauffrischer zu kaufen. Hierbei solltest du nur drauf achten, dass du beim Färben auch die Nähte und Stickereien mitfärbst. Außer bei synthetischen Nähten, die verfärben nicht. Bei Active Wear bzw. Sportkleidung solltest du auf reine Baumwolle verzichten, da sie fast über die Hälfte ihres Eigengewichts an Wasser aufnehmen kann und dazu noch super langsam trocknet. Nix für schweißtreibende Angelegenheiten und Leute, die mit Schweissflecken zu kämpfen haben. Cord, Samt und Denim bestehen aus Baumwolle.

Leinen: Ein richtiger Naturbursche und meistens recht teuer. Leinen ist sehr strapazierfähig und robust. Im Sommer hält er die Haut schön kühl. Wenn du nicht unbedingt bügelfaul bist, dann ist Leinen perfekt für dich. Da es überhaupt keine Elastizität besitzt, solltest du jedoch stark darauf achten, dass das Kleidungsstück gut vernäht ist und sehr gut passt.

Seide: Einer der teuersten Textilien. Seide ist recht sensibel, demnach solltest du dich bewusst für dieses Material entscheiden. Sie ist super anfällig für Flecken und sollte ausschließlich mit der Hand gewaschen werden (Nein, der Feinwaschgang der Waschmaschine zählt nicht). Das macht die Pflege noch anspruchsvoller. Jedoch hat Seide eine ganz besondere Eigenschaft: Sie kühlt im Sommer und hält im Winter warm. Das ist auf ihren Ursprung zurückzuführen. Dieser ist leider nicht besonders tierfreundlich. Also nix für Veganer. Du solltest dir auf jeden Fall über die Herstellung von Seide bewusst sein, bevor du dir ein teures Stück aus diesem Material kaufst.

Acetat: Die tierfreundliche, jedoch nicht lange haltbare Alternative zu Seide. Acetat zerknittert kaum, ist stark dehnbar und trocknet super schnell. Leider ist das Material nicht hitzebeständig und lädt sich schnell elektrostatisch auf, somit ist es keine langfristige Investition wert. Meistens bestehen Unterröcke oder Futter aus Acetat.

Sympatex: Ein synthetisches Hightech Material, welches du auch unter dem Begriff Gore-Tex ® in Sportkleidung und Outdoorbekleidung findest. Das kommt daher, dass Sympatex sehr robust, wasserdicht und atmungsaktiv ist. Ein Muss für Sportbekleidung und Winterjacken.

Die Entwicklung geht weiter. Hightech Materialien werden in unseren Alltag integriert, ohne dass wir es merken. Es ist bereits seit einiger Zeit möglich, Bekleidung mit dem 3D Drucker herzustellen. Wir können gespannt sein!

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